Frankenwaldbahn
  Güterverkehr
 

Der aktuelle Güterverkehr auf der Frankenwaldbahn

Die Frankenwaldbahn ist Teil der Güterverkehrsachse Italien - München - Nürnberg - Berlin - Ostsee. Das besondere an der Strecke sind zwei Steilrampen von Pressig-Rothenkirchen und Probstzella nach Steinbach am Wald, auf denen die Höhenzüge des Frankenwaldes überwunden werden. Bei Steigungen von bis zu 29‰ benötigen schwere Güterzüge noch heute eine Vorspann- und/oder Schiebelokomotive. Für diese Einsätze stehen in Pressig-Rothenkirchen und Probstzella immer Loks bereit.
Mehr zu den Güterzugleistungen der Deutschen Bahn AG sowie privater Eisenbahnverkehrsunternehmen, dem Triebfahrzeugeinsatz sowie zum Nachschiebebetrieb gibt es in den einzelnen Kapiteln. Bitte jeweils in der linken Leiste auswählen.


Ganz schön was los am 17. Mai 2014, als sich frühmorgens im Bahnhof Kronach
dieses Bild bot: 185 313 wartet gerade mit einem leeren Kohlezug auf Gleis 1 auf
die Ausfahrt in Richtung Saalfeld. Währenddesssen überholt ein auf Gleis 3 in
Richtung Lichtenfels fahrender Containerzug einen nebenan wartenden Schüttgutzug.



151 126-0 (Bw Nürnberg 2) wartet am 09. April 2011  im Bahnhof Pressig-Rothenkirchen auf ihren nächsten Einsatz im Schiebebetrieb auf der Frankenwaldrampe.


Mit einer schönen Bespannung war am 22. Juni 2013 dieser Güterzug unterwegs: Die altrote 215 086-0  hat einige Kesselwagen und 293 510-4 am Haken und passiert gerade den Bahnhof Kronach in Richtung Frankenwald.


Relativ ungewöhnlich und selten sind Güterwagen mit Werbelackierung. Am 01. März 2014 konnte in Kronach ein Schiebewandwagen mit Werbung für den Modellbahnhersteller Märklin gesichtet werden.

- Baureihe 140 -


Eine Lokomotivbaureihe, die bis vor kurzem noch im Frankenwald vertreten war, in den folgenden Seiten aber nicht mehr mit aufgeführt wird, sind die Maschinen der Baureihe 140.








Ab Sommerfahrplan 1973 kamen erstmals Nürnberger 140.7 mit dem Schnellzugpaar D 402/403 (Nürnberg - Leipzig) bis nach Probstzella. Mit Abgabe der Baureihe 140 aus Nürnberg gingen allerdinge diese Leistungen im Mai 1983 auf Lokomotiven der BR 151 über. Zwischen 1977 und 1981 kam es auch zur Bespannung einiger Nahverkehrszüge im Frankenwald, unter anderem des "kleinen Grenzverkehrs" zwischen Lichtenfels und Probstzella. Nachdem sich die 140er zunächst aus dem Frankenwald verabschiedet hatten, kamen in den Jahren 1990 - 1992 wieder die sogenannten "Schraubeneimer" teilweise als Ersatz für Lokomotiven der Baureihe 151 vor Schnellzügen bis Probstzella zum Einsatz. Mit der zweiten Stufe der Bahnreform im Jahr 1999 wurden die Triebfahrzeuge und Wagen der Deutschen Bahn AG auf die einzelnen Geschäftsbereiche aufgeteilt, die Baureihe 140 kam zur DB Cargo AG, die für die Durchführung des Güterverkehrs verantwortlich ist. Seit dem kamen wieder 140er verschiedenster Bahnbetriebswerke vor Güterzügen im Frankenwald zum Einsatz. Mit zunehmender Ausmusterung dieser Maschinen nahm allerdings die Einsatzhäufigkeit nach und nach ab und so war letztmals 2014 die Baureihe 140 regelmäßig zwischen Lichtenfels und Saalfeld anzutreffen.

Nun zu den Aufnahmen (von oben nach unten):

* 140 353-4 (Bw Seelze) ist am 28. Juni 2011 mit einem Kesselwagenzug im letzten Abendlicht zwischen Kronach und Gundelsdorf unterwegs. Über ihr thront die Festung Rosenberg.
* 140 539-8 (Bw Köln-Gremberg) zieht am 18. Juni 2013 die morgendliche Übergabe von Saalfeld (Saale) nach Nürnberg Rbf durch Kronach.
* 140 791-5 (Bw Mannheim) ist am 14. Juni 2013 mit einem gemischten Güterzug bei Kronach in Richtung Frankenwald unterwegs.
* 140 214-8 (Bw Seelze) verlässt am 09. November 2013 mit dem Leipziger Hilfszug den Bahnhof Kronach in Richtung Süden.
* 140 855-8 (Bw Karlsruhe) zieht am 10. Juli 2014 einen Flachwagenzug durch Kronach in Richtung Lichtenfels.

Allerdings verirren sich auch noch heute Exemplare der Baureihe 140 in den Frankenwald, wenn auch nur recht selten. Allerdings handelt es sich hierbei auschhließlich um Vertreter privater Unternehmen, die unregelmäßig vor Güterzügen oder Überführungsfahrten zum Einsatz kommen.

- MEG-Zementzug -

Am 16. April 2002 beförderte die MitteldeutscheEisenbahnGesellschaft (MEG) erstmals einen Zementganzzug der Firma Cemex von Rüdersdorf (bei Berlin) nach Regensburg. Bespannt war der Zug damals mit den Lokomotiven 205 (ex. DB 228 288) und 208 (ex. DB 228 786). Im Regensburger Hafen wurden die Zementwagen der Bauart Ucs auf LKW entladen und zum Endkunden gebracht. Die Zuglokomotiven sollten dabei jeweils eine volle Wagengarnitur gegen eine leere tauschen und die Rückfahrt antreten. Da bei der ersten Fahrt noch keine Leergarnitur in Regensburg bereitstand, kehrten die beiden "Babelsbergerinnen" am 18. April 2002 über den Frankenwald solo in Richtung Norden zurück. Diese Fahrten sollten nun ab sofort regelmäßig stattfinden.


Eine "Babelsbergerin" der Firma MEG: Lok 203 (ex. DB 228 503) steht
am 25. Mai 2014 im Bw Weimar ausgestellt.


Ihren Laufweg nahmen diese Leistungen allerdings planmäßig über Marktredwitz, Hof und das Vogtland, nur in Ausnahmefällen, beispielsweise bei Bauarbeiten wurde über den Frankenwald gefahren. Nur die ersten Fahrten Ende April 2002 führten auf dem Rückweg noch über Nürnberg, Bamberg und Saalfeld. Bespannt wurden die Züge auf ihrem gesamten Laufweg von zwei Lokomotiven der Baureihe 228 in Doppeltraktion, ab Juni 2002 kamen allerdings immer häufiger auch 2xBR 232 vor dem Zug zum Einsatz.
Ab Mai 2005 verkehrte der Zementzug nur noch im Abschnitt Regensburg <-> Böhlen (bei Leipzig) mit Dieseltraktion, für die weitere Fahrt von und nach Rüdersdorf wurde der Zug mit einer Lokomotive der Baureihe 156 bespannt. Nachdem die MEG im Juli 2006 erstmals Maschinen der Baureihe 143 erhielt, ersetzten diese nun im nördlichen Abschnitt der Zementleistungen die BR 156. Durch den nun größeren Bestand an elektrischen Lokomotiven, bekam der Zementzug ab September 2006 eine neue Route, unter anderem um sich das Umspannen im Bahnhof Böhlen zu ersparen: Die Hinfahrt mit den schweren beladenen Wagen konnte nicht über den kürzesten Weg (Frankenwald) erfolgen, sondern ging ab Leipzig über Naumburg, Erfurt, Fulda und Würzburg. Die Rückfahrt mit dem Leerzug erfolgte dann allerdings ab Regensburg über Nürnberg, Bamberg und die Frankenwaldbahn in Richtung Norden. Bespannt wurden die Züge nun mit Doppeltraktion BR 143.




Der Zement-Leerzug von Regensburg nach Rüdersdorf mit Doppeltraktion
BR 143 am 10. Juli 2009 im Bahnhof Kronach. An der Spitze MEG 603
(ex. DB 143 851-4), die sich seit 01. Juli 2006 in Besitz der
MitteldeutschenEisenbahnGesellschaft befindet.


Erst im November 2010 kam es wieder zu Veränderungen bei den Zementzügen: Statt einer zweiten BR 143, war der Zug nun mit einer BR 156 und einer Lokomotive der Baureihe 143 bespannt. Bei den Fahrten über den Frankenwald zog stets die 156er, die BR 143 lief abgerüstet als sogenannte "Wagenlok" mit. Somit kam die Baureihe 156 nun erstmals auf der Frankenwaldbahn zum Einsatz, war es doch im Jahr 2002 geplant, diese im Schiebebetrieb auf der Frankenwaldrampe einzusetzen.


Die Fahrten über den Frankenwald erfolgten seit Einführung diese Zugleistung
stets in den Abendstunden. So konnten im letzten Licht des 11. Julis 2011
MEG 801 (ex. DB 156 001) und MEG 602 (ex. DB 143 204) mit ihrem
Zement-Leerzug bei Kronach dokumentiert werden.


Mit MEG 804 (ex. DB 156 004) an der Spitze durchfährt der Zement-Leerzug
am 23. Mai 2011 den Bahnhof Kronach.



Am 21. November 2012 konnte der Zementzug in folgender Formation im
Bahnhof Saalfeld (Saale) dokomentiert werden: Außerplanmäßig befand sich
MEG 601 (ex. DB 143 179) an der Spitze des Leerzuges. Da diese allerdings
womöglich Probleme bei der Überwindung des Frankenwaldes bekommen hätte,
musste die stärkere MEG 802 (ex. DB 156 002) mit "Lokführer-Werbung"
ebenfalls mit aufgerüstet werden und beide Maschinen verkehrten als Doppeltraktion.


Eine weitere Änderung in der Bespannung gab es im Juni 2012 zu verzeichnen: Statt der 156er kam erstmals eine Lokomotive der Baureihe 155 vor diesen Zügen zum Einsatz. Bis Anfang 2013 blieb es allerdings nur bei sporadischen Einsätzen der BR 155, in den meisten Fällen waren weiterhin die Baureihen 156 und 143 vor diesen Leistungen zu finden. Ab dem Jahr 2013 bespannte die Baureihe 155 gemeinsam mit der BR 143 schließlich planmäßig diese Züge. Bei den Fahrten über die Frankenwaldbahn befand sich stets die 155er an der Spitze, die Lokomotive der Baureihe 143 lief an zweiter Stelle abgerüstet mit.


Eine BR 155 der MEG zieht am 16. Juli 2013 eine abgerüstete 143er und
den Zement-Leerzug durch Gundelsdorf in Richtung Saalfeld (Saale).


MEG 705 (ex. DB 155 196) zieht am 18. Juli 2013 die MEG 605 (ex. DB 143 344)
und den leeren Zementzug bei Kronach in Richtung Saalfeld (Saale).


Im Juli und August 2014 wurden die noch aus Bundesbahnzeiten stammenden Wagen der Bauart Ucs nach und nach gegen fabrikneue Güterwagen der Bauart Uacns ausgetauscht. Die bis dahin eingesetzten zweiachsigen Wagen verleihten aufgrund ihrer Bauform dem Zementzug daher auch den Beinahmen "Zwiebelzug".
Im Januar 2015 änderte sich abermals der Laufweg dieses Zuges. Von nun an nahm er planmäßig wieder seine alte Route zwischen Leipzig und Regensburg über das Vogtland, Hof und Marktredwitz. Somit verabschiedete sich diese bei Eisenbahnfans sehr beliebte Leistung nach fast 9 Jahren wieder aus dem Frankenwald. Bis heute verkehrt der Zementzug planmäßig über das Vogtland. Im Abschnitt Regensburg <-> Hof erfolgt die Bespannung mit BR 247 "Class 66" und von und nach Hof mit der Baureihe 155.


MEG 701 (ex. DB 155 124) zieht am 11. April 2015 den leeren Zementzug,
nun ausschließlich aus Wagen der Bauart Uacns gebildet, in den Bahnhof
Kronach. Zu diesem Zeitpunkt verkehrte der Zug schon nicht mehr planmäßig
über den Frankenwald. Nur aufgrund von Baumaßnahmen wurde er an diesem 
Tag über seinen alten Laufweg umgeleitet.

 
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